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US-Entertainer
Let them entertain you

 

Frankie und seine Spiessgesellen - Die US-Entertainer

Ihr Repertoire besteht aus den klassischen Bigband- und Vocaljazz-Nummern des „Great American Songbook", so genannten "Showtunes" sowie früher Popmusik. Ihre permanente Heimat ist meist Las Vegas, wo kein Casino, das etwas auf sich hält, auf ihre Show verzichten mag. Ihre Namen lauten Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Tony Bennett oder Engelbert Humperdinck. Sie sind Entertainer.

Den Prototypen des amerikanischen Entertainers stellen noch heute Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr. und der Rest des legendären „Rat Packs" dar. Ein für die Damen wegen seines rauen Charmes unwiderstehlicher, von den Herren aufgrund des ausschweifenden Lebenswandels beneideter Typ Mann, der sich sowohl auf der Bühne bzw. im Film als auch an der Theke wie zu Hause fühlt. Viele der ersten Generation der US-Entertainer kamen aus dem Filmgeschäft. Als Schauspieler hatten sie sich bereits einen Namen gemacht, die in Filmen dargestellte Persönlichkeit wurde einfach auf die Bühne und bald auch ins Private übertragen.

Selbst die heutigen Größen à la Engelbert Humperdinck und Tony Bennett haben diesen Hang zum Grandeur und zum Exzess noch nicht verloren. Sie wohnen in wahren Palästen, umgeben von den schönsten Frauen. Die aus Europa importierten Kollegen wie der Waliser Tom Jones bzw. der Spanier Julio Iglesias machen da keine Ausnahme. Sie gehen fast gar nicht mehr auf Tournee, wer sie live erleben möchte, hat gefälligst dorthin zu kommen, wo sie sich aufhalten. Und welcher Ort wäre als dauerhaftes Domizil für Stars dieses Kalibers besser geeignet als der Inbegriff der Dekadenz, das Spieler- und Vergnügungsparadies Las Vegas?

Nur selten schrieben bzw. schreiben sie das von ihnen gesungene Material selbst, schließlich ist das zur Verfügung stehende Repertoire schier unerschöpflich. Es setzt sich zusammen aus Songs der großen Bigband-Leader wie Duke Ellington, Count Basie und Glenn Miller, sowie Liedern, die einst für Filme oder Broadway-Musicals von Größen à la Cole Porter, Irving Berlin und natürlich den Gershwin-Brüdern komponiert wurden. Später hielten dann dank Interpreten wie Paul Anka, Neil Diamond oder Barry Manilow Softrock- und Popeinflüsse Einzug in das Programm. Hippe junge Sänger wie Harry Connick jr. sorgen dafür, dass die Tradition des klassischen Crooners nicht ausstirbt. Auch wenn der traditionelle Entertainer eher dem männlichen Geschlecht angehört, gelang es diversen Damen, sich mit ähnlichem Liedgut und Habitus einen Namen zu machen. Die prominentesten weiblichen Vertreter dieser Gattung sind neben Liza Minnelli oder Barbra Streisand zweifellos Bette Midler, Rosemary Clooney und Eartha Kitt.

In Deutschland versuchten es Harald Juhnke bzw. Paul Kuhn mit der Masche ihrer nordamerikanischen Vorbilder, mussten aber feststellen, dass sich das auf der anderen Seite des großen Teiches so erfolgreiche Konzept nicht ohne weiteres auf hiesige Verhältnisse übertragen ließ. Da brauchte es schon eine andere Generation Musiker, um die Europäer gleichermaßen von Evergreens à la You've Changed, They Can't Take That Away From Me oder Ain't That A Kick In The Head? im großen Stil einzunehmen. Ende der Neunziger begann eine dauerhaft anhaltende Welle von Veröffentlichungen etablierter Rockstars, die sich als Crooner im Stile von Sinatra und Co. versuchten. Die prominentesten Beispiele: Bryan Ferry und sein Album As Time Goes By, George Michael mit Songs Of The Last Century sowie Rod Stewarts It Had To Be You.... So richtig durchstarten konnte jedoch erst Robbie Williams, der mit Swing When Your Winning Riesenerfolge feierte. Ihm gelang es tatsächlich, die Jugend zu denselben Melodien tanzen und träumen zu lassen, bei denen sich schon ihre Großeltern tief in die Augen geschaut hatten...

Weitere Meister dieser Strömung sind:

Bing Crosby, Johnny Mathis, Mel Tormé, Robert Goulet, Jerry Vale, Al Martino, Neil Sedaka, Jack Jones, Mandy Patinkin

Schlüsselalben dieses Genres sind:

Frank Sinatra: Songs For Swingin - Lovers [1956]
Tony Bennett: I Left My Heart In San Francisco [1962]
Harry Connick jr.: OST - When Harry Met Sally [1989]
Liza Minnelli: Cabaret [1995]
Various Artists: George And Ira Gershwin in Hollywood [1997]
Frank Sinatra: New York, New York - His Greatest Hits [1997]
Dean Martin: The Very Best Of [1998]
Sammy Davis jr.: Yes I Can! The Sammy Davis jr. Story [1999]
Engelbert Humperdinck: The Collection [2002]
Barry Manilow: Ultimate Manilow [2002]

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